Anstehende Projekte

2026

Projekt I
„Klassiker-Messen“ – katholische Kirchenmusik von jungen Wiener Genies

Im Gesamtwerk der drei großen Wiener Klassiker Joseph Haydn, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven spielt die Kirchenmusik eine (wenngleich unterschiedlich gewichtete) Rolle. Beethovens „Missa solemnis“ aus dem Jahre 1823 (er hatte ca. 20 Jahre zuvor schon eine C-Dur-Messe komponiert) sprengte hinsichtlich von Besetzung und Dauer alle bisherigen Grenzen – während eines Gottesdienstes war diese Messe nicht aufführbar, was den Komponisten nicht davon abhielt, dieses Werk einst als sein bestes zu bezeichnen.

Bereits acht Jahre zuvor (1815) hatte der damals 18jährge Franz Schubert für die Dorfkirche seines Geburts- und Wohnortes Himmelpfortgrund (ein Vorort von Wien) seine G-Dur-Messe komponiert. Gerade die vokalsolistischen Abschnitte (z.B. im „Benedictus“) mit ihren wunderbar weitschweifigen Melodien gemahnen immer wieder an den späteren „Liederfürsten“ Schubert (ein Jahr zuvor hatte er mit „Gretchen am Spinnrade“ eines seiner bekanntesten Lieder niedergeschrieben). Bei Schubert sollten es dann insgesamt sechs Messen werden…
Ebenfalls mit 18 Jahren verfasste Wolfgang Amadeus Mozart für eine Aufführung im Salzburger Dom seine Missa brevis D-Dur. Das „brevis“ (lat. für kurz) bedeutet hier – im Gegensatz zur evangelisch-lutherischen Kirchenmusik, wo in diesem Fall nur Kyrie und Gloria vertont werden – dass der gesamte Ordinariumstext erklingt, aber eben in Bezug auf Besetzung und Dauer sehr sparsam und kurz (und damit ohne Probleme in die Gottesdienst-Liturgie zu integrieren).
Die auf 1749/50 datierte erste seiner insgesamt 12 Messen komponierte Joseph Haydn wahrscheinlich am Ende seiner Zeit als Knaben-Sopran-Solist am Wiener Stephansdom. In der Missa brevis F-Dur des damals 17jährigen sind neben dem vierstimmigen Chor lediglich zwei Sopran-Soli besetzt – in der Haydn-Biographik wird gemutmaßt, dass der Komponist diese durchaus anspruchsvollen Partien für sich selbst und seinen 12jährigen Bruder Michael, der damals ebenfalls als Kapellknabe am Stephansdom wirkte, niedergeschrieben haben soll…

In der sächsischen Musik- bzw. Konzertpraxis spielen Mess-Vertonungen von (katholischen) Komponisten eine eher untergeordnete Rolle. Bezogen auf die Gottesdienstordnungen waren solche Werke im protestantisch geprägten Mitteldeutschland seit der Reformation eh nicht mehr gefragt. Im Zuge des Wirken Martin Luthers war die figurale Kirchenmusik auf die ersten beiden Ordinariums-Abschnitte Kyrie und Gloria sowie auf das Sanctus beschränkt, so dass selbst solch ein Gipfelwerk wie die ca. zwei Stunden lange h-moll-Messe Johann Sebastian Bachs im Leipziger oder Dresdener Gottesdienst nie erklingen konnte. Während aber Bachs „Hohe Messe“ hier zu Lande den Eingang in die (Kirchen-)Konzertprogramme längst gefunden hat, verdienen es die Messen der Wiener Klassiker, mehr aufgeführt und damit belebt zu werden.

Programm:

  • Missa Brevis F-Dur (Hb.XXII:1) – Joseph Haydn
  • Messe G-Dur (D 167) – Franz Schubert
  • Missa brevis D-Dur (KV 194) – Wolfang Amadeus Mozart

Konzerte:

21.03.26 – Münchberg
22.03.26 – Leipzig
03.04.26 – Leipzig Gohlis

Projekt II
„Blessed Cecilia  – come again and sing joyfully“

„Klassische“ englische Vokalmusik hat es mitunter schwer auf dem europäischen Festland – verglichen mit italienischen Madrigalen, französischen Chansons oder den deutschen Tanz- und Gesellschaftslieder kommt sie oft vermeintlich zurückhaltend, fast spröde daher. Dabei liegt gerade in dieser hintergründigen Sparsamkeit – oft gepaart mit doppelbödigem Humor – der Reiz dieser Musik.

„nota bene leipzig“ möchte dies mit einem repräsentativen Querschnitt der englischen Chormusik aus sechs Jahrhunderten nahebringen, wobei als zusätzlichem Anlass der beiden „runden“ Todestage von John Dowland (400 Jahre) und Benjamin Britten (50 Jahre)in diesem Jahr gedacht werden soll.

Konzerte:

20.06.26 – Erfurt
21.06.26 – Ottendorf-Okrilla
05.07.26 – Leipzig
29.08.26 – Greiz

Projekt III
„Da pacem domine“

„Da pacem, Domine“ („Gib Frieden, Herr!“) – angesichts der gegenwärtigen kriegerischen Auseinandersetzungen und Krisenherde weltweit hat diese Bitte an Aktualität nichts eingebüßt! Über Jahrhunderte hinweg war und ist der Wunsch nach Frieden auch immer wieder ein zentrales Thema im Schaffen von Komponisten. Der Kammerchor „nota bene leipzig“  – unter Leitung von Prof. Martin Krumbiegel – greift dies in seinem Programm auf und hat dazu Kompositionen aus verschiedensten Jahrhunderten zusammengestellt – ausgehend von der gregorianischen Antiphon aus dem 9. Jahrhundert über Luthers Nachdichtung („Verleih uns Frieden gnädiglich“) bis hin zu Werken zeitgenössischer Komponisten (u.a. von Knut Nystedt und Arvo Pärt). Im Mittelpunkt steht die Motette über das Friedensgebet des genau vor 800 Jahren verstorbenen hl. Franziskus von Assisi „O Herr, mache mich zum Werkzeug deines Friedens“ in der Vertonung von Kurt Hessenberg. Es wird aber auch eine Jazz-Motette erklingen und schließlich können die Zuhörer selbst in den bekannten Kanon „Dona nobis pacem“ mit einstimmen.

Lassen Sie sich herzlich einladen zu diesem Konzert und lassen Sie sich durch die Musik mit hineinnehmen in die Bitte um Frieden!

Konzerte:
30.10.26 – Bärnsdorf Radeburg
31.10.26 – Leipzig
01.11.26 – Greiz
14.11.26 – Constappel
15.11.26 – Panschwitz-Kuckau

Projekt IV
„Da haben die Dornen Rosen getragen“ – adventliche Liedsätze und Motetten aus mehreren Jahrhunderten

Programm folgt bald…

Konzerte:
11.12.2026 – Leipzig
12.12.2026 – Münchberg
13.12.2026 – Dobra
13.12.2026 – Dresden